Kapitel 74

ZfL liest.

Diese Woche lesen Mitarbeiter des Zentrums für Literatur- und Kulturforschung in Berlin.

Das ZfL betreibt Forschungen zur europäischen Kultur- und Wissen(schaft)sgeschichte auf der Basis philologisch-kulturwissenschaftlicher Methoden. Kultur wird aus ihrem doppelten Ursprung aus Kult und téchne verstanden, Literatur als Überlieferungsmedium von historisch und kulturell differentem Wissen und als Archiv des kulturellen Gedächtnisses.

Im Mittelpunkt stehen die Prägung der Moderne durch vormoderne, insbesondere religiöse Begriffe, Praktiken und Deutungsmuster sowie die zumeist vergessene, aber fortwirkende Geschichte wissenschaftlicher Theoreme, Begriffe und Verfahren in der Gegenwart. Die Forschungen konzentrieren sich auf Probleme, die die Kompetenzen verschiedener Disziplinen erfordern, und auf Themen am Schnittpunkt von Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften und Künsten. Die Erprobung neuer Verfahren für interdisziplinäre Projekte zielt auf die Entwicklung einer kulturwissenschaftlichen Epistemologie und auf die Erarbeitung kultureller Expertisen für brisante Fragen der Wissensgesellschaft und der ‚Europäisierung Europas‘.