Kapitel 5

Up Platt.

In dise Woch vertelln wi wat up Platt.

Platt, dat is een Spraak, keen Dialekt. Dunntomal – vons drittteigentste bit sösteigentste Johrhunnert – wir dat ne Weltspraak. De Hanse snack Platt, liekers in Norden, öwer ok in Frankfurt anne Oder un in Freiburg in Breisgau, sogoor in London un Nowgorod.

Dat Woort “platt” steit för verstännich, klor un dütlich orer vertruut. Dat platte Dütsch wir dat Gegendeel von de Kirken- un Köstersnack.

Hüt wat nich mihr vääl Platt up Rügen snackt, betten mihr up Hiddensee. De Saßnitzer Klönclub e.V. (Kontakt: Jürgen Rüting, Merkelstraße 30, 18546 Sassnitz, t. 038392/32418) schert si üm, dat Platt up Rügen to bewohrn. Wir schad, wenn dise Sprak wech wir.

Eent noch: Dat eene Platt givt dat gor nich. Platt is alle poor Kilometer anners. Dat hier ist Rügenschet Pommernplatt. (*)

* Platt, das ist eine Sprache, kein Dialekt. Früher – vom 13. bis zum 16. Jahrhundert – war es eine Weltsprache. Die Hanse sprach Platt, im Norden sowieso, aber auch in Frankfurt an der Oder und in Freiburg im Breisgau, sogar in London und in Nowgorod.

Der Begriff „platt“ bedeutet verständlich, deutlich oder vertraut. Das platte Deutsch war das Gegenteil der lateinischen Kirchen- und Gelehrtensprache.

Heute wird Platt auf Rügen kaum noch gesprochen, etwas mehr auf Hiddensee. Der Sassnitzer Klönclub e. V. kümmert sich darum, Platt auf Rügen zu bewahren. Es wär schade, wenn diese Sprache verschwindet.

Eins noch: Das eine Platt gibt es garnicht. Platt ist überall anders. Das hier ist Rügensches Pommernplatt.