Kapitel 12

Europäische Literaturtage lesen.

Mit Walter Gronds Lesung öffnete sich der Blick auf das Donau-Tal. Er las oben in den Weinbergen aus „Schattenfuchs“ von Sjón. Island im Winter 1883. Ein Mädchen ist gestorben und ein Mann geht auf die Jagd: „Senkrechte Wolkenfetzen im Westen. Vielleicht ein Schneesturm im Anzug. Von der Füchsin nichts zu sehen.

Ganz zum Schluss las endlich Helfried Kriener – aus einem Nekrologisten-Krimi von Andrej Kurkow. Er hat die Lesungen in der Wachau aufgenommen. Durch ihn konnte ich VolksLesen zum ersten Mal als Zuschauer sehen. Das hatte ich mir immer gewünscht. Gelernt habe ich, dass VolksLesen Muße braucht. Das ist keine schnelle Unterhaltung. Muße ist rar. Aber wenn man sich Zeit nimmt – ungefähr fünf Minuten, mal kürzer, mal länger – bekommt man viel.

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(* weiter in Kapitel 13)