Kapitel 4

Bürgermeister und Buchhändler.

Ich war hier und da und dort. Ungefähr 500 Menschen hatten mir in den letzten drei Jahren vorgelesen. Ich kannte die Stadt wie meine Westentasche. Lauter feine Leute hatte ich getroffen. Trotzdem war ich unzufrieden. Schließlich ging es bei VolksLesen um das Spektrum. Bundestagsabgeordnete hatten vorgelesen, und Obdachlose. Jede neue Woche war eine neue Facette innerhalb dieses Spektrums. Mit jeder Gruppe von Vorlesern wurde das Bild vollständiger, und schöner. Aber es war immer nur Berlin. Es musste etwas passieren.

Hamburg, dachte ich, die große Stadt an der Elbe. Dort rief ich eine Literatur-Agentur an und hörte: „Hamburg? Nein! In Hamburg geht garnichts. … … … Aber rufen Sie mal Walter Grond in der Wachau an. Der macht die Europäischen Literaturtage. Dem könnte das gefallen.“ Und so war es. Wir telefonierten, ich fand ein offenes Ohr. Dann schrieb Walter, dass es losgeht. „VolksLesen erkundet auf Einladung der Europäischen Literaturtage von Juli bis September 2011 die Interessen und Phantasien der Menschen, die in der Wachau leben.“ Helfried Kriener würde die Lesungen aufnehmen.

… *

(* weiter in Kapitel 5)