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Als zweiten Text liest Elfriede Brüning die Novelle „Verwirrung der Gefühle“ von Stefan Zweig. Zentrales Thema dieses Bandes ist die Steigerung von langsam erwachenden Gefühlen zu unerwarteten Leidenschaften. Es ist die Charakterstudie eines Professors – der, für die damalige Zeit fatal – homosexuell ist.
“Ich habe von je den Ehebruch verabscheut, nicht aber um einer rechthaberischen Moral willen, aus Prüderie und Sittsamkeit, nicht so sehr, weil er Diebstahl im Dunkeln bedeutet, Besitznahme fremden Leibs, sondern weil jede Frau in solchen Augenblicken das Heimlichste ihres Gatten verrät – jede eine Delila, die dem Hintergangenen sein menschlichstes Geheimnis wegstiehlt und einem Fremden hinwirft, das Geheimnis seiner Kraft und seiner Schwäche. … Aber der Körper unter mir gehorchte nicht mehr dem Willen, er wühlte wild in seiner eigenen Lust. Und schaudernd küßte ich die Lippe, die meinen liebsten Menschen verriet.”
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Dieser Beitrag wurde vor am Dienstag, 9. März 2010 um 08:56 Uhr veröffentlicht und unter Bibliothek gespeichert.Sie können Kommentare zu diesem Eintrag über den RSS-2.0-Feed verfolgen.
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