Wachau liest: 31/11 Brauchtumspfleger und Jugendliche.



Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme“. (Thomas Morus)

Zu den faszinierenden Phänomenen der Wachau gehört das Verhältnis ihrer Bewohner zum Brauchtum. Ob Kalmuck oder Goldhaube, Sonnwendfeuer oder Weinlesefest – Tracht und Kultur werden als ursprünglich empfunden.

Jacken aus Kalmuckstoff werden aufgrund ihrer Robustheit seit jeher von den Schiffern und Flößern auf der Donau getragen. Der Sage nach verwendeten die Kalmücken, ein westmongolisches Reitervolk, den Stoff als Satteldecke und brachten ihn in die Wachau. Dort wurde die robuste Arbeitsjacke von den Winzern übernommen und gehört seitdem zur traditionellen Wachauer Tracht. Die Wachauerin trägt an Festtagen Trachten aus in sich gemusterte Seiden- oder Brokatstoffe. Besonders bekannt sind die Goldhauben der Frauen, kostbare Handarbeiten aus Brokat und Goldspitzen.

Eines der größten Ereignisse des Jahres spielt sich zur Zeit der Sonnwende im Juni in der Wachau ab. In wochenlanger Vorbereitung wird Brennholz zu großen Haufen zusammengetragen, werden Fackeln und Feuerwerk besorgt. Am Abend starten girlandengeschmückte und hell erleuchtete Donauschiffe, die einen von Krems, die anderen von Melk und treffen schließlich in Aggstein aufeinander. Im Konvoi fahren alle Schiffe nach Spitz, wo das Spektakel beginnt. Tausende Lichter treiben auf dem Donaustrom, in den Weinbergen werden Fackeln, Feuer und Feuerwerke entzündet. Überall wird gefeiert.

Dabei haben diese Traditionen auch einem modernen Aspekt – für den erstmals im späten 19. Jahrhundert boomenden Fremdenverkehr wurden die besten Momente und Aspekte verschiedenster Trachten und Brauchtümer gesampelt und zum typisch Wachauerischen synthetisiert.

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VolksLesen erkundet auf Einladung der Europäischen Literaturtage von Juli bis September 2011 die Leselandschaft Wachau. Bewohner der Wachau lesen aus Büchern vor, die Ihnen am Herzen liegen.

VolksLesen.tv in der Wachau wird betreut und gestaltet von Helfried Kriener.

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