30/10 Sommerfrische.


Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß, / Das durch den sonnigen Himmel schreitet.
Und schmücke den Hut, der dich begleitet, / Mit einem grünen Reis.

Verstecke dich faul in der Fülle der Gräser. / Weil’s wohltut, weil’s frommt.
Und bist du ein Mundharmonikabläser / Und hast eine bei dir, dann spiel, was dir kommt.

Und lass deine Melodien lenken / Von dem freigegebenen Wolkengezupf.
Vergiss dich. Es soll dein Denken / Nicht weiter reichen als ein Grashüpferhupf.
(Joachim Ringelnatz)

Deshalb in dieser Woche Sommerliches aus der Bibliothek.

Selim Özdogan beschreibt den Sommer in der Stadt. „Einen Sommer lang war alles ganz einfach und manchmal fragt ich mich, ob wir uns was vormachten oder ob es genau darum ging: Menschen am Fluss, vereint durch Picknick-Decken, Gespräche und den Wunsch, die Tage zu genießen.

Hans Fallada erzählt von der Fahrt in die Sommerfrische an die Ostsee. „Der Zug fährt unermüdlich. Sein regelmäßiges „Rattata Rattata“ bilde ich mir im Einschlafen in „Bald sind wir da – bald sind wir da.“ um.

Kurt Tucholsky berichtet aus der Sommerfrische. „Wir lagen auf der Wiese und baumelten mit der Seele.

Und irgendwann, dann dreut das Ende des Sommers. Es naht der „Tag, der den Sommer endet / Herz, dem das Zeichen fiel: / die Flammen sind versendet, / die Fluten und das Spiel.Gottfried Benn

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