06/11 Es war einmal …


Es waren einmal zwei Brüder, die studierten in Marburg die Rechtswissenschaften. Aber sie liebten auch die Literatur und ihre Lehrer machten sie mit der Romantik und dem Minnesang bekannt. Jakob und Wilhelm, so hießen die Brüder, wurden jedoch nicht zu Romantikern. Sie waren Realisten, die in den vergangenen Zeiten die Wurzeln des Heute sahen. Deshalb begannen sie nach der Universität ein sparsames und rechtschaffenes Leben und sammelten die Märchen und Sagen des Volkes.

“Einer jener guten Zufälle war es, dass wir aus dem bei Kassel gelegenen Dorfe Niederzwehren eine Bäuerin kennenlernten … Die Frau Viehmännin war noch rüstig und nicht viel über 50 Jahre alt … Sie bewahrte die alten Sagen fest im Gedächtnis”. Die Brüder schrieben die Sagen auf, nicht nur die der Viehmännin, sondern auch die der Familien Perrault, Hassenpflug und Wild und viele andere mehr. Nach kaum sechs Jahren erschien der erste Band der „Kinder- und Hausmärchen“ und bald darauf der zweite.

Aus einfacher Prosa schufen die Brüder Geschichten voller Poesie und schon bald nach ihrem ersten Erscheinen wurden sie in ganz Europa übersetzt. Heute sind sie der Inbegriff dessen, was man Märchen nennt.

Und auch wenn die Gebrüder Grimm schon gestorben sind, leben ihre Märchen noch heute.

Comments are closed.