Kapitel 14

Lesen Banker?

Gleich dem vergehenden Jahr verabschiedet sich VolksLesen aus Zürich, der Perle an der Limmat. Drei Monate sind vergangen, 55 Zürcher haben vorgelesen – in Altstetten und am Triemli, auf dem Lindenhof und in der Langstrasse, im Niederdorf und auf dem Zürichsee. Das sind 55 Facetten eines Bildes, ein Portrait der Stadt anhand ihrer Leser.

Doch das Bild ist unvollständig geblieben. Der Paradeplatz fehlt. Banker sind dieser Tage ein scheues Wild. Fragt man sie in der Mittagspause: Entschuldigung! Lesen Sie? Eine Frage: …, bleiben sie nicht stehen. Sie ziehen die Köpfe ein und die Schultern hoch. Sie schauen auf ihre schönen Schuhe, beschleunigen den Schritt – und sind weg. Was lesen Zürcher Banker? Hölderlin? Oder Vampir-Romane? American Psycho? Vielleicht das Kapital? Wir wissen´s nicht.

VolksLesen wünscht sich vom neuen Jahr, dass die Banken wieder zu Geschäften finden, bei denen sich Banker trauen vorzulesen. An ihrer statt lesen Schatzsucher, Verleger, Volkswirtschaftler, Unternehmerinnen, Theaterleute, Psychologen, Licht-Designer, Germanisten, Theologen, Lektoren, Autoren und Fachpersonen.

VolksLesen wünscht ein gutes Jahr 2013!