Kapitel 109

Kurt Tucholsky †.

Vor 75 Jahren starb Kurt Tucholsky – „ein kleiner dicker Berliner, der mit der Schreibmaschine eine Katastrophe aufhalten wollte“ (Erich Kästner).

Am Abend des 20. Dezember 1935 nahm Tucholsky in seinem Haus in Hindås eine Überdosis Schlaftabletten. Tags darauf wurde er, schon im Koma liegend, gefunden und ins Sahlgrensche Krankenhaus nach Göteborg gebracht. Dort starb er am Abend des 21. Dezember. Die genauen Umstände seines Todes – ob Selbstmord, Mord oder Unfall – sind ungeklärt. Es gibt Briefe, die sich als Abschiedsbriefe deuten lassen. Aber: Kurt Tucholsky war ein Meister des Wortes, der jedes Thema und jeden Ton beherrschte. Kaum vorstellbar, dass er zum Schluss im Ungefähren geblieben sein soll.

In einem Nachruf auf sein Pseudonym Ignaz Wrobel, schreibt Tucholsky 1923: „Der freundliche Schein der Sonne fiel auf den granitenen Grabstein, mit dem sich der gute Ignaz Wrobel rechtzeitig eingedeckt hatte. In silbernen Buchstaben stand da zu lesen:

HIER RUHT EIN GOLDENES HERZ
UND EINE EISERNE SCHNAUZE.
GUTE NACHT -!