Kapitel 2

Gravitationsphysiker lesen.

Albert Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie ist eine der wichtigsten wissenschaftlichen Errungenschaften des letzten Jahrtausends. Sie beschreibt die Struktur von Zeit und Raum im Großen, im makroskopischen Bereich. Leider klemmt´s im Kleinen. Im Bereich der unvorstellbar kleinen Dimensionen führt die Anwendung der Quantenfeldtheorie auf die Allgemeine Relativitätstheorie zu bislang ungelösten Widersprüchen.

Die neue Theorie, die Relativitätstheorie und Quantentheorie vereint, erzwingt wahrscheinlich eine radikale Modifikation der herkömmlichen Konzepte von Raum und Zeit.

Bisher widersetzt sich die Gravitation hartnäckig einer Einordnung in das Standardmodell der Elementarteilchenphysik. In Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie wird die Gravitation als Krümmung der Raumzeit beschrieben. Gravitationswellen entstehen immer dann, wenn sich Massen beschleunigt bewegen. Sie sind eine „Kräuselung“ der Raumzeit, die sich im Raum ausbreitet.

Die Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) in Potsdam-Golm und Hannover erforschen u.a. die Struktur von Gravitationswellen. Sie arbeiten an der direkten Messung dieser Wellen auf der Erde und im Weltall und entwickeln mathematische Methoden und Modelle, die für die Interpretation der Messergebnisse unabdingbar sind. Erste direkte Messungen werden ab 2014 erwartet.