Kapitel 117

betahaus liest.

Der Mensch verbringt große Teile seines Lebens entweder auf Arbeit oder zu Hause. Diese Trennung ist sinnvoll. Das Wort „Arbeit“ stammt aus dem Althochdeutschen – „Arapeit“ bedeutete Mühe, Beschwernis oder Leiden. Zu Hause erholt man sich davon.

In der modernen Arbeitswelt verschwindet diese Trennung. Ein Internet-Anschluss macht Arbeiten an fast jedem Ort und zu jeder Zeit möglich. Für die, die trotzdem nicht zu Hause arbeiten wollen, gibt es das betahaus. Es gibt WLAN, fixe und flexible Arbeitsplätze, Meetingräume, ein Telefonzimmer und das betahaus-café. Seit 2009 arbeiten hier rund 120 Freiberufler aus der Kreativszene: Grafiker, Programmierer, Fotografen, Architekten, Designer, Startups, eine Konzertagentur, Buchhalter, Akademiker, Rechtsanwälte, NGO’s, Übersetzer, Videokünstler, Journalisten und Blogger. Teil des betahauses ist die Open Design City – eine offene Kreativwerkstatt mit Arbeitsflächen, Lagerraum, Werkzeugen und Maschinen.

Anlässlich des Internationalen Designfestivals DMY präsentiert der Berliner Architekt Le Van Bo in der Open Design City die Hartz-IV-Wohnung. Ausgehend von einer Einraum-Standardwohnung (WBS 70) hat Le Van Bo Selbstbaumöbel entworfen, die auf minimalem Wohnraum maximale Lebensqualität ermöglichen: essen, arbeiten, schlafen und knutschen. – Konstruieren statt konsumieren!

Diese Woche lesen die Macher des betahauses in der Hartz-IV-Wohnung von Le Van Bo.